11. August 2017 Tierfotografie 0
Vorher Fotografie Pferd Pony Shetty Tierfotografie Bearbeitung Celle Hannover Niedersachen Shooting

Ich kann mich noch genau an das Shooting bei Henrike erinnern. Als ich ankam, wurde ich freundlich von ihr und ihrem Pfötler begrüßt. Die beiden Hufler standen auch schon parat. Fertig geputzt und bereit jeden Augenblick die Schokoladenseite vor der Kamera zu zeigen. Ach warte mal… Dies ist ja gar kein Beitrag über das Shooting, sondern ich möchte erklären, warum für mich die Bildbearbeitung zur Fotografie gehört. Denn für mich war die Bildbearbeitung am Anfang, als ich mich mit der Kamera auseinander gesetzt hab, ein Buch mit sieben Siegeln gewesen. Natürlich lerne ich auch immer noch viel dazu, aber mir ist aufgefallen, dass man, vor allem wenn man mit Tieren arbeitet, die Bildbearbeitung nicht ad acta legen sollte. Ich versuche bei meinen Fotoshootings soviel wie möglich schon vor Ort einzufangen und richtig zu positionieren. Dabei achte ich auf Regeln der Fotografie, auf Lichtstimmung und auf Ausdruck. Die meisten Tiere können zwar positioniert werden, schauen dann aber doch in genau die andere Richtung, die man eingeplant hatte. Wenn man ein Hummeln-im-Hintern-Kandidat vor der Kamera ist die Reaktionszeit für gute Bilder sowieso auf Sekundenbruchteile getrimmt. Weil man nun mal mit Tieren nicht alles bis ins kleinste Detail planen kann, finde ich Bildbearbeitung wichtig. Außerdem kann sie zusätzlich den eigenen Stil auf Bildern sichtbar machen.

Einleitung:
Ich stell nun mein Lieblingsfoto von Petro aus dem Shooting im Juni vor und erkläre, was ich gemacht habe und wieso. Vornherein muss ich erwähnen, dass Petro es vor der Kamera echt drauf hatte. Henriette hat ihn auch toll animiert, sodass er viel Ausdruck in die Bilder des Shootings brachte. Shettland-Ponys sind wegen meiner eigenen Erfahrung sowieso meine Favoriten, denn ich war stolze Besitzerin von einem Wallach. Aber sich so aufplustern und zur Schau stellen war ein toller Beitrag von Petro und liegt auch schon in Genen von Shettys vor.

Fotografieren:
Zunächst musste ich mir überlegen, wo ich Petro hinstelle. Henrike hatte glücklicherweise eine tolle wuchernde Wiese zur Verfügung und als ich die große Eiche mit ausladenden Ästen vor mir sah, baute sich schon das Bild von Petro auf. Petro musste gehalten werden, damit er auch da bleibt, wo wir ihn hinstellten. Außerdem stellte sich Henrike zu der Seite, zu der er schauen sollte, damit seine Aufmerksamkeit zu ihr gelenkt wird. Aber weil Petro ohne Zügel und Henrike auf dem Bild zu sehen sein sollte, musste ich mich entscheiden, wie ich ihn fotografiere. Wenn man den Hintergrund gut und einfacher rekonstruieren will, braucht es so viel wie möglich an Hintergrund. Einen Zentimeter neben der rechten Seite des Vorherbildes stand Henrike schon. Dadurch schob ich Petro mehr nach rechts im Bild, auch wenn ich dort schon wusste, dass ich ihn lieber links hätte, damit die Aufteilung des Bildes stimmiger ist. Henrike holte sich die Aufmerksamkeit von Petro und in ein paar Sekunden war dieses Bild im Kasten.
Meine Nikon D3100, mein 85mm 1.8 haben bei diesem Bild mitgewirkt || f/1.8 , 1/2500s, ISO 400 ||. Das 85er nutze ich sehr gern bei der Pferdefotografie, wenn es um Portraits geht. Es schafft auch bei großen Tieren einen tollen Hintergrund und Schärfe-Unschärfe-Spiel.

Bildbearbeitung:
Was tat ich zuerst? Da ich im Raw-Format fotografiere, konfigurierte ich die Kontraste, den Schwarzwert und die Farbgebung. Dann exportierte ich es in jpg-Format, um es mit Photoshop weiterzubearbeiten. Dann rückte ich den Horizont gerade. Das Zurechtrücken mache ich immer als erster Schritt, denn der Horizont ist im Leben immer gerade und dadurch wirkt das Bild realer. Als nächstes erweiterte ich das Bild nach rechts. Ich nahm mir den Hintergrund von links und fügte ihn stimmig und gespiegelt mit dem Lasso ein. Die Feinheiten des Übergangs und der vorderen Grashalme retuschierte ich mit dem Stempel. Dabei entfernte ich auch die Zügel, wobei die Herausforderung für mich immer dabei ist, die Metallringe des Gebisses wieder rund werden zu lassen. Als nächstes wurden Akzente des grünen Hintergrundes etwas in Richtung rötlich und gelblich geändert. Als letztes gab es noch etwas Dodge&Burn für Petro und die Reflexe im Auge wurden hervorgehoben.
Ich habe hier mit Rawtherapee und Photoshop Elements gearbeitet.

Auch wenn es, mal abgesehen vom Hintergrund, nur kleine Veränderungen sind, verändern sie meiner Meinung nach das Bild zum Positiven. Dies ist auch der Grund, wieso ein Shooting nicht nur 10 € kostet, denn neben Vorbereitung und Shooting vor Ort nimmt auch die Bildbearbeitung einiges an Zeit ein. Nochmals herzlichen Dank an Henrike & Dante, denn dieses Bild ist eines meiner Lieblingsbilder geworden!

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